Sternzeichen Krebs


Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs: 22. Juni – 21. Juli

Lateinisch: Cancer
Deutsch: Krebs
Ekliptikale Länge: 90°–120°

Als „Mutter des Tierkreises“ ist der Krebs zugleich das ewige Kind. Seine enge Verbindung mit dem Mond und seinen Wechseln bedeutet, dass er versorgen oder versorgt werden möchte. Krebse sind „Kümmerer“, die emotionale Verbundenheit mit anderen brauchen. Denn ihr Gefühlshaushalt steht in ihrem Leben im Mittelpunkt. Als weiblichstes aller Sonnenzeichen ist er (gleich ob Mann oder Frau) empfindsam, weichherzig und manchmal sogar hypersensibel. Wo immer jemand leidet, mögen Krebse nicht einfach zuschauen. Das macht Entscheidungen, in denen sie selbst im Vordergrund stehen, nicht einfach für sie. Denn wenn wir etwas für uns selbst tun, schließt das manchmal aus, dass die anderen glücklich damit sind. Und das erträgt der Krebs, der von jedem gemocht werden möchte, nur ungern.


Wie der Mond lebt auch sein Kind, der Krebs, in Phasen. Er verändert sich von der Introvertiertheit zum Extrovertierten, sucht mal Zurückgezogenheit, dann wieder Gesellschaft und fühlt sich eine Weile von der Grundstimmung her sehr gut, dann wieder sehr schlecht. Das hat ihm den Ruf eingebracht, launisch zu sein. Allerdings wird man den Krebsen damit nicht ganz gerecht. Denn sie verbringen zu Beginn ihres Lebens viel Zeit damit, die Schwankungen ihrer Empfindungswelt selbst zu verstehen und müssen lernen, dass es in ihrem Leben nun mal mondhafte Zyklen gibt. Wenn sie einen Beschluss fassen sollten sie daher auch immer einen vollen Mondzyklus (also rund 28 Tage) abwarten, um zu erkennen, ob sich ihre Entscheidung nicht während dieser Zeit doch noch ändert. Besonders Voll- und Neumondtage haben in dieser Hinsicht einen großen Einfluß. Manchmal „kippt“ ein Verhalten oder eine innere Stimmung des Krebses genau beim Mondwechsel, ohne dass der Betroffene darauf gefasst war. Sobald er lernt, mit solchen zyklischen Veränderungen umzugehen, sie zu akzeptieren und als wertvollen Anzeiger für sein sehr flexibles Gefühlsleben zu verstehen, geht es ihm meist viel besser.


Kein Zeichen hat einen solchen Bezug zum Mütterlichen (bzw. zur richtigen Mutter) wie der Krebs. Das schließt auch eine Bindung an die Heimat und die Vergangenheit mit ein. Das Langzeitgedächtnis der Krebse für Verletzungen ist legendär. Aber sie sind nicht rachsüchtig oder nachtragend, sondern können nur das, was man ihnen angetan hat, nicht einfach so loswerden. Erst wenn es ausgiebig durchgearbeitet worden ist und sie eine Haltung dazu gefunden haben, lassen sie emotionale Ereignisse los. Mit diesem Sonnenzeichen ist auch die Liebe zum Heim und zur Familie generell verbunden, in der sich der Krebs aufgehoben und sicher fühlen möchte. Für die Berg- und Talfahrten seines Empfindungskosmos braucht er einen stabilen Ausgangsort, an den er immer wieder zurückkehren kann. Klare Beziehungen zu den Menschen, die er liebt, sind ihm deshalb auch besonders wichtig. Jedoch hat auch diese Suche nach Nähe einen kleinen Haken: Krebse haben derartige Antennen für die Gefühle der Welt um sie herum, dass sie manchmal schon vor dem Gegenüber merken, wenn dessen Stimmung sich ändert. Das kann für die Umwelt ziemlich nervend sein. Denn die dauernde Frage „Was hast du?“ (während der Nicht-Krebs sich selbst noch ganz ausgeglichen fühlt) ist manchmal schwer zu beantworten. Mit einem Schulterzucken geben Krebse sich in solchen Fällen aber ganz und gar nicht zufrieden. Ihre unglaubliche Einstimmung auf jede Emotion in ihrer Nähe bringt sie dazu, sich so lange mit dem Gefühl, das gerade im Raum steht, zu beschäftigen, bis es einen Namen hat und alles Beteiligten ganz bewußt geworden ist. Die Lebensaufgabe der Vertreter dieses Zeichens besteht nämlich darin, Emotionen quasi zu „verwalten“.


Ein reifer Krebs (und das hat nichts mit der Anzahl der gelebten Jahre zu tun) ist der beste emotionale Ratgeber, den man sich nur wünschen kann. Er versteht jedes Gefühl, das im Leben existiert – weil er es garantiert schon selbst gehabt hat. Für kleine Krebse ist darum auch das Leben nicht so leicht. Wenn sie wieder einmal die Empfindungen der Umwelt unbewusst in sich aufnehmen, werden sie manchmal noch vor demjenigen ärgerlich, traurig oder überdreht, der eigentlich unbewusst von der besagten Emotion geplagt ist. Wie ein Radar zeigen sie ihren Eltern, was momentan in der Familie „Sache“ ist. Wichtig ist es deshalb, ihnen möglichst früh sanft beizubringen, dass sie nicht für alles emotional die Verantwortung tragen. Ihre Empfindungen auszusteuern und sich nicht jedes Mal ganz hinein fallen zu lassen, sollten sie schon vor der Schulzeit lernen. Wenn Krebschen verwirrt sind, ist es hilfreich, ihnen klare Signale zu geben und zu zeigen, dass man sie noch lieb hat und sich das so tief empfundene Gefühl bald schon wieder ändern wird.

Gesundheitlich haben Krebse manchmal Lymphprobleme und jede Stimmung, die nicht aufgelöst wird, schlägt ihnen auf den Magen. Sie lieben alles, was schützenswert ist (zum Beispiel Kinder und kleine Tiere) und opfern sich manchmal mit der ganzen Kraft ihrer unendlichen Emotion auf, um andere zu unterstützen. Dann übernehmen sie sogar oft Symptome des Gegenübers, weil die wie ein Stempel auf ihre Seele wirken. In solchen Fällen muss man dem Krebs dabei helfen, sich darüber klar zu werden, wem das entsprechende Gefühl gehört, falls er es selbst noch nicht kann. Bei echten Krisen sollten sich Krebse eine Weile physisch zurückziehen, um – ohne die Gefahr der emotionalen „Ansteckung“ herauszufinden, was sie selbst eigentlich empfinden.


Menschen dieses Sonnenzeichens, die gelernt haben, mit ihren Phasen umzugehen und nicht in jede Emotion voll und ganz einzutauchen, sind unschätzbare Ratgeber, gute Psychologen und warmherzige Tröster, die das Universum Tag für Tag ein bisschen wärmer, glänzender und mitfühlender machen.