Sternzeichen Skorpion


Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs: 24. Oktober – 22. November

Lateinisch: Scorpio
Deutsch: Skorpion
Ekliptikale Länge: 210°–240°

Den wohl stärksten Bezug des Tierkreises zu Krisen, menschlichen Abgründen und Dunkelheit besitzen die im Sonnenzeichen Skorpion geborenen Menschen. Denn Menschen sind sie tatsächlich im allerbesten aller Sinne: Keine Sehnsucht und kein Bedürfnis ist ihnen fremd, Leidenschaft in allen Dingen ihre zweite Natur – nur dass Skorpione nach außen zumeist zurückhaltend und ziemlich distanziert wirken können. Sie leben jedoch, solange sie jung sind, manchmal ganz so, als gebe es kein Morgen, brennen oft von beiden Seiten und schöpfen die ganze Palette des Daseins voll und ganz aus. Allerdings nicht so, wie es ein Löwe täte, der mit viel lautem Gebrüll seinen Weg durch das menschliche Universum findet. Nein, die Skorpione sind die eher heimlichen Lichter im Dunkeln der Seele, die nach einem Stahlbad in einigen schmerzlichen Erfahrungen oft tiefinnige Experten für die Heilung des Herzens werden.


Pluto, der Herr der Unterwelt, ist auch der Herrscher des Skorpionzeichens. Und so haftet seinen Vertretern immer etwas Geheimnisvolles an, das die Umwelt wahrnimmt, der Betreffende selbst aber nicht sehen kann. Da sie lieber hell, frei und offen wie Zwillinge oder Waagen wären, bemühen sie sich oft lange darum, andere von ihrer Unkompliziertheit zu überzeugen. Aber die Idee des Kosmos für den Skorpion beinhaltet eben, dass er das Konzept von Geburt und Tod, Zerstörung und Auferstehung oder Krieg und Frieden im Innersten begreifen muss. Darum kommen Skorpione auch mit einer Tendenz zur Welt, alles nur Schwarz oder Weiß zu sehen und zu empfinden. Man ist für sie oder gegen sie. Man liebt sie oder hasst sie. Man verletzt sie oder heilt sie. Dazwischen gibt es wenige Grautöne. Eine solch rasterhafte Wahrnehmung führt natürlich dazu, dass einem durch die spezielle Brille dieser Sicht im Laufe eines Lebens viele Ereignisse begegnen, die genau so aufrüttelnd sind, wie der Skorpion es erwartet. Ohnehin nimmt er alles in Systemen wahr und ist deshalb auch ein guter Forscher, der sich in jedem neuen Konzept sofort zurechtfindet.


Seine Erfahrung mit den vielfältigen Erfahrungen von Leid und Schmerz in der Welt bereiten ihn zudem darauf vor, später mit unendlichem Verständnis anderen bei ihren negativen Zustände Hilfe zu leisten – genau da, wo Hilfe von Nöten ist. Er scheut weder die schmutzigen dunklen Orte der Welt, noch der Seele und weist damit anderen, die Berührungsängste hinsichtlich der eigenen Negativität haben, den Weg. Skorpione müssen allerdings aufpassen, dass sie bei ihrem starken Denken in Konzepten nicht starr werden und mit ihrer sehr persönlichen Ethik nicht vergessen, dass Leben flexibel bleiben muss. Sonst werden sie immer mal wieder von ihrem Schicksal in die Knie gezwungen. Denn wer meint, die Wahrheit mit Löffeln gegessen zu haben, braucht ab und zu einfach einen Dämpfer.

Mit einem Faible für alles Verborgene und Unbewusste lässt ein Skorpion nicht eher locker, als er den wahren Kern in Verhalten oder Situation gefunden hat. Daher eignet er sich auch für alle Berufe, die mit dem Erkunden dessen zu tun haben, was nicht offen auf dem Tisch liegt. Er ist ein hervorragender Therapeut, Agent oder Detektiv – kann aber auch auf wissenschaftlichen Feldern (Forschung!) Furore machen. Skorpionkindern muss man dabei helfen, in ihrem Drang, alles und jeden analytisch zu zerlegen, nicht so weit zu gehen, dass es in innerer Selbstzerfleischung endet. Sie haben ein angeborenes Bewusstsein für Schuld und Täter-/Opfer-Problematiken und benötigen immer da Unterstützung, wo sie zu lange in seelischem Morast graben. Man sollte sie in ihrem Talent, andere zu verstehen und zu analysieren, oft loben – aber Grenzen setzen, wo sie sich überfordern.


Da Skorpione der Überlieferung gemäß „von rostigen Nägeln leben können“, erleben sie im Laufe ihres Lebens immer wieder asketische Phasen, in denen sie ihr Umfeld absolut sauber und karg herrichten und immer wieder einmal sehr wenig essen oder trinken. Auch hier müssen Eltern für ein gesundes Maß sorgen, das es den Kindern erlaubt, alles, was sie benötigen auch zuzuführen. In seinem Alltag mag der Skorpion ohnehin Einfachheit und keinerlei Übertreibungen. Oft interessiert er sich für fernöstliche Lebensart oder Religionen, da Geistesschulung etwas ist, womit er viel anfangen kann. Selbstdisziplin wird in seinem Leben früher oder später immer ein Thema und er neigt irgendwann der Auffassung zu, dass man sich selbst ändern muss, bevor man von anderen verlangt, sich zu ändern. Allein im erotischen Bereich kommt es, wegen seiner leidenschaftlichen Anlage, immer wieder mal zu Maßlosigkeit.


Das Gefühl von Macht oder Ohnmacht ist – als zwei Ausdrucksformen derselben Anlage – etwas, zu dem Skorpione einen großen Bezug haben. Manchmal geraten sie im Laufe ihres Daseins in Ohnmachts-Empfindungen, die sie dadurch zu bewältigen suchen, dass sie die Macht anstreben, selbst andere zu unterdrücken. Sobald sie begriffen haben, dass mit Macht aber immer eine riesige Verantwortung verbunden ist, die sanft und gerecht ausgelebt werden muss, entwickeln sie eine Weisheit, mit deren Hilfe sie Berge versetzen können. Gesundheitlich neigen sie zu „geheimen“ Krankheiten (die früher tabuisiert waren) und müssen sich lebenslang vor sexuell bedingten Infektionen schützen.