Sternzeichen Steinbock


Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs: 22. Dezember – 20. Januar

Lateinisch: Capricornus
Deutsch: Steinbock
Ekliptikale Länge: 270°–300°

Nur was ein kleines Bisschen wehtut, das zählt auch richtig: So könnte man die grobe Lebensauffassung des Steinbocks in Grundzügen beschreiben. Als Kinder des strengen Planeten-Herrschers Saturn lieben die Steinböcke die Anstrengung, die vor fairem Genuss aller Früchte der eigenen Arbeit kommt. Wann immer sich irgendwo ein Hindernis in den Weg stellt, laufen sie regelrecht zu Hochform auf. Schritt um Schritt bewegt sich dann der Steinbock auf sein (meist Langzeit-) Ziel hin und er wird in seinem gemäßigten Tempo zum Erstaunen der Widersacher auch oft der erste Sein, der es erreicht. Wie sein Namenspatron, der Steinbock aus dem Tierreich, liebt auch sein astrologischer Vetter die Kletterpartien auf die Gipfel dieser Welt. Nicht umsonst ist dies das Sonnenzeichen, das am meisten mit Hierarchien und den vordersten Reihen von Arbeitssystemen zu tun hat. Steinböcke stehen einfach gern an der Spitze von Unternehmen oder jedem Zusammenhang, in dem sie sich befinden.


Als Erdzeichen wird der Steinbock jedoch anders als Vertreter anderer Elemente zu Ruhm und Ehren kommen. Alles, was er tut, tut er gemächlicher als andere und worauf er sein Augenmerk legt, das verfolgt er mit allergrößter Konzentration und Ruhe. Es ist äußerst schwer, einen Steinbock auf seinem Weg von etwas abzubringen oder ihn in Unruhe zu versetzen. Fast so, als hätte er eingebaute Scheuklappen, geht es über Stock und Stein dahin, wohin er will. Seine Selbstdisziplin ist legendär, seine Versuche, Situationen zu kontrollieren, sind immer einen Tick ausdauernder als die der Konkurrenten. Deshalb geschieht es auch nicht selten, dass sich Steinböcke mit ihrer – zunächst unauffälligen Wesensart – wie von ungefähr und ohne weiteres Aufsehen in die höchsten Positionen begeben. Der Rest der Welt weiß dann gar nicht, wie das eigentlich geschehen konnte.


Konservativ, wie sie nun mal sind, werden Steinböcke seltener mit ausgefallenen Ideen auftrumpfen. Aber was sie tun, hat Hand und Fuß. Mit diesem Talent, immer pünktlich (das Steinbockzeichen regiert auch die Zeit) am richtigen Ort zu sein, hat der Kosmos einen Ausgleich zum vorausgehenden Schützezeichen geschaffen, das keine Grenzen kennt. Wo der Schütze ausufert, schafft der Steinbock die Begrenzung und befindet sich damit auch immer auf der Höhe der gesellschaftlichen Strömungen. Da er sich mit allen wichtigen Institutionen auf Du und du befindet, wundert es nicht, dass er in Ämtern, Behörden oder politischen Verbänden ein gern gesehener Gast oder Angestellter ist, der es aber ohne viel Federlesens schaffen wird, sich selbst in eine Chefstellung zu hieven. Denn untergeordnet arbeiten Steinböcke nun mal gar nicht gern.

Wenn man ihnen auch manchmal vorwirft, dass sie phantasielos oder zu altmodisch wären – Steinböcke interessiert die öffentliche Meinung meist nicht weiter: Hauptsache, das persönliche Ziel ist erreicht, der große Ehrgeiz, sich aus der Masse hervorzuheben und mit der eigenen Meinung maßstäblich zu werden, zufrieden gestellt. Sie leben für sich selbst, solange sie noch keine Familie haben. Aber wenn sie sich zu einer festen Beziehung entschließen und Kinde bekommen, kann man einen Steinbock in voller Aktion erleben. Denn er ist das lebendige Abbild des Patriarchen, wie er im Buche steht. Regeln sind für Steinböcke deshalb auch überlebenswichtig. Sie müssen gemacht, verordnet und dann unbedingt eingehalten werden – sonst gerät seine kleine Welt aus den Fugen. Er weiß nämlich, das Chaos für ihn einfach nicht funktioniert und ihn unglücklich macht.


In seiner Jugend wirkt der Steinbock oft viel älter als er eigentlich ist, aber der zweiten Hälfte des Lebens dafür jedoch ungewöhnlich alterslos. Kinder sind altklug, ernst und neigen manchmal bereits früh zu Depressionen. Sie nehmen alles wichtig, was ihnen geschieht und Eltern sollten ihre kleinen Steinböcke darum immer wieder zu allen möglichen Vergnügungen und einfachem Spaß an der Freizeit verführen. Es ist für sie wichtig, ein gutes Maß an Balance zwischen der überstark angelegten Ernsthaftigkeit und notwendiger Muße zu finden. Sonst werden sie oft zu hart zu sich selbst und auch anderen.

Falls Steinböcke gesundheitliche Probleme bekommen – typisch sind hier alle Arten von Verkalkungen, Steinbildungen, Knochen- und Wirbelsäulenschwierigkeiten, ist das manchmal ein Signal des Universums: Der Steinbock hat dann seine Selbstkontrolle und Geradheit überreizt und der Körper drückt aus, dass er zu starr geworden ist. Lockerung (körperlich und seelisch) hilft meist schnell, die innere Festgefahrenheit mit ihrem äußerlichen Ausdruck zu überwinden!