Sternzeichen Stier


Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs: 21. April – 20. Mai

Lateinisch: Taurus
Deutsch: Stier
Ekliptikale Länge: 30°–60°

Mit den Stieren beginnt die weite Reise aus den wilden Höhen widderhafter Energie zur Erde. Alles, was man mit den fünf Sinnen sehen, hören, schmecken, riechen und besonders begreifen kann, ist die Domäne der in diesem Venuszeichen Geborenen. Sie sind die Manifestoren des Tierkreises, die aus Staub Gold machen können. Denn bei ihnen geht es nicht nur um Selbstwert (eins der Stichworte des Stiers), sondern um alle Werte dieser Welt. Dazu gehört jede Form von Besitz, Grenzen, aber auch Geld und sinnliches Erleben.


Der Stier lässt es sich gerne gut gehen. Seine Wahrnehmung ist auf Angenehmes eingestellt und er sieht es ungern, wenn andere ihm die Butter vom Brot nehmen. Das liegt daran, dass er in seinem Wesen grundsätzlich erst einmal gutmütig ist und niemandem zutraut, ihn ausnutzen zu wollen. Falls ihm das doch geschieht (und viele Stiere machen früh im Leben die Erfahrung, dass ihre Grenzen in vielerlei Hinsicht überschritten werden), muss er sich darauf besinnen, was er wirklich will, statt die ersehnte Harmonie um jeden Preis wieder herzustellen. Ein solches berüchtigtes Muster der Grenzziehung ist den Geborenen dieses Sonnenzeichens vom Universum mitgegeben worden, damit sie ihrer Lebensaufgabe ungehindert nachkommen können: Erst, wenn sie sicher sind, was ihnen zusteht, können sie das tun, was ihnen am meisten liegt – formen, sammeln, sichern und manifestieren. Und der Baumeister der Erde sein, der sich in seiner Konzentration nicht stören lässt.


Dementsprechend zeigen sich viele Stiere auch als sehr praktische Arbeiter, die mit Links alles organisieren und ausführen, was andere mühevoll erdacht haben. Sie arbeiten hart und viel, scheuen keine Mühen, denken grundsätzlich realistisch und sind loyaler gegenüber Freunden und der Familie als die meisten anderen Tierkreiszeichen. Umso härter trifft sie jede Form von Verrat oder Untreue, die sie mit ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis selbst nach Jahren nicht vergessen. Stiere lieben die Beziehung und sie spüren einen inneren Drang, sich zu binden, wenn sie erst Vertrauen gefasst und den anderen überprüft haben. Gerade darum aber heiraten sie auch nicht leicht – denn ihnen ist klar, dass sie wegen ihrer Gefühle, die für sie wie besonders lang haltender Klebstoff sind – eine Trennung oder gar Scheidung so gut wie gar nicht verkraften.

Umso unlogischer scheint es, dass Stiere immer wieder in ihrem Leben in harte Trennungssituationen geraten, die ihnen fast den Verstand rauben. Damit hat der Kosmos ihnen allerdings ein hilfreiches Netz ins Schicksal eingebaut: Wer so viel Sicherheit braucht wie Herr oder Frau Stier, der muss loslassen lernen. Und wenn er nicht von selbst losläßt, dann tun es anderen für ihn. Umso mehr sich die Geborenen also bemühen, Beziehungssituationen um jeden Preis festzuklopfen, desto heftiger neigen die dazu, ihnen zu entgleiten. Bis die Stiere gelernt haben, dass sie erst dann ganz sie selbst sein können und das für die Welt tun, was ihnen aufgegeben ist, wenn sie sich ihrer selbst statt anderer Menschen sicher sind. Ab diesem Zeitpunkt entfaltet sich das partnerschaftliche Leben des Stiers häufig zu ungeahnter Blüte. Wer gelernt hat, keinen so sehr zu brauchen wie sich selbst, der klammert nicht und kann souverän eine reiche Beziehung führen.


Die Venus als Herrscherin des Zeichens gibt den Stieren oft eine außergewöhnliche körperliche Schönheit, eine sehr angenehme Stimme und einen Hang zum Luxus mit. Geld auszugeben macht dem Stier große Freude und er liebt alles, was glitzert, gut riecht und auch nur ansatzweise kostbar ist. Weil er das, was ihm real erscheint, sinnlich erfassen muss, kann es sein, dass der Stier ängstlich wird, sobald sich Geld, Eigentum oder sogar Menschen in irgendeiner Weise von ihm entfernen. Ihm kommt es dann so vor, als sei es wirklich nicht mehr da. Allerdings nur, solange er einen emotionalen Bezug dazu hat. Wenn Stiere sich also lange nicht mehr bei einem geliebten Menschen melden, bedeutet das nicht, dass er ihn nicht mehr mag. Es heißt schlicht: Man ist aus seinem Blickwelt verschwunden und wird hocherfreut begrüßt werden, falls man sich buchstäblich in Erscheinung bringt. Dahinter steckt keine böse Absicht, sondern eine spezifische Eigenart dieser Venus-Geborenen.


Kleine Stiere, das ist für Eltern wichtig, benötigen viel Ruhe, Geborgenheit und vor allem Sicherheit. Allzu schnell gehen sie davon aus, dass die Mutter oder der Vater für ewig fort ist, wenn sie sich eine Weile nicht melden. Sie lieben die Natur und lernen durch praktisches Abschauen. Insbesondere sollten sie dazu angeleitet werden, alles anzufassen, was sie begreifen müssen. eigentlich ist ihr eher gelassenes Naturell kaum aus der Ruhe zu bringen, wird aber bei einem auch nur so empfundenen Verrat übermäßig aufgestört. Stierkinder müssen lernen, dass sie einen guten, stabilen Eigenwert haben, wenn sie nicht allzu materiell werden sollen. Indem man sie lehrt, sich früh der eigenen und anderer Grenzen bewußt zu werden (ungewollt bewegen sie sich bis dahin oft auf fremdes Terrain, was sich in Klauen oder ständigem Stören zeigen kann).

Gesundheitlich neigen die eigentlich kräftigen Stiere besonders in der Kindheit zu Mandelentzündungen, Nasen- oder Ohren-Problemen (Polypen) oder Kehlkopfentzündungen. Wenn solche Störungen vorkommen, empfiehlt es sich, darauf zu achten, ob ihre Grenzen gewahrt wurden und sie genug Eigenes im Leben für sich haben dürfen. Ob seelisch oder materiell, ist gleich – wenn in diesem Bereich ein Ausgleich geschaffen wird, verschwinden gesundheitliche Schwächen schnell.