Sternzeichen Widder


Sternzeichen Widder
Zeitraum des scheinbaren Sonnendurchgangs: 21. März – 20. April

Lateinisch: Aries
Deutsch: Widder
Ekliptikale Länge: 0°–30°

Der Widder ist das Alphatier im Tierkreis. Auf dem Frühlingspunkt, also 0 Grad Widder, gründet sich das gesamte astrologische Weltbild. Denn hier beginnt der Lauf der Planeten durch die Zeichen. Naturgemäß sind Widder darum auch Fachleute in Sachen Neuanfang und quasi der Buchstabe „A“ für Astrologen. Mit dem Widder-Prinzip verbindet man nämlich nicht nur Anfänge, sondern auch Aufregung, Aktivitäten, die Notwendigkeit des Ausgerichtetseins und starke Attraktivität. Nur mit der Ausdauer ist es bei den unter diesem Zeichen Geborenen nicht allzu weit her. Ihre starke körperliche und seelische Energie ist zunächst immer ungerichtet und braucht dringend ein Ziel, auf das sie hinarbeiten kann. Ohne zu wissen, wohin und worum es eigentlich in seinem Leben geht, steuert der Widder spontan von Situation zu Situation, an der er sich reiben kann. Nur so wird er mehr und mehr über sich erfahren. Sein Motto: Erst mal loslegen. Denken können wir später.


Mars, der Gott des Kampfes und des physischen Begehrens verleiht den Widdern meist nicht nur eine schier unerschöpfliche körperliche Kraft, sondern auch einen kaum zu bremsenden Willen zu gewinnen. Wie immer das Spiel im Alltag auch heißen mag – die Widder setzen sich ungehemmt für alles ein, was sie wollen. Damit sie bei all dieser Vitalität und Heißblütigkeit nicht irgendwann den Boden unter den Füßen verlieren, hat der Kosmos ihnen allerdings einen Ausgleich in die Wiege gelegt: Immer wieder kommt es vor, dass feurige Widder sich an irgendeinem Hindernis (wenn nicht an einem stofflichen, dann an einer Denkmauer) die Köpfe einrennen und eine Pause machen müssen. Ohne von irgendetwas aufgehalten zu werden, würden sie wie ein Hamster im Rad rennen, was das Zeug hält. Und niemals ankommen.

So rennt der enthusiastische Widder los, stößt irgendwo (als Kind oft ganz buchstäblich) an, hält sich den Schädel (das ist der Körperteil, über den impulsive Vertreter dieses Zeichens ihre Grenzen kennenlernen), wundert sich. Und macht dann – ein bisschen nachdenklicher – weiter. Das Ganze geht so lange, bis Herr oder Frau Widder in späteren Jahren begreifen, dass sie zwar die Macher im Tierkreis sind. Aber ohne ihr Gehirn ab und zu einzusetzen einfach keine Macht erlangen können. Nach dieser Erkenntnis wird das Leben oft viel einfacher und lässiger für sie. Dass ihnen das Anrennen gegen Widerstände (zur Not tun es auch ein paar eingebildete) auch noch viel Freude macht, spricht für ihre Stehaufmännchen- Mentalität und für ein tiefes Bewusstsein darüber, dass die Welt noch niemals jemanden versprochen hat, Dasein dürfe nicht wehtun.


Zumeist fröhlich, bei Widerstand schnell aggressiv, von guter Gesundheit und eigentlich nie wirklich zu erschüttern, ist der Zustand von Enttäuschung oder gar Trauer entsetzlich für jeden, der in diesem Zeichen geboren ist. Wenn der Aktivist des Tierkreises leidet, dann tut er das so laut, so ungehemmt und so energisch, dass es niemandem verborgen bleibt. Vor allem kennt er keinerlei Strategie dahinter und beabsichtigt auch nicht, andere auf seinen Kummer aufmerksam zu machen. Er ist schlicht betrübt. Und wie bei allem, was er tut, steht seine Melancholie, seine Sorge oder seine Not ihm dann ganz einfach ins Gesicht geschrieben. Denn Widder sind die Meister des Lebens im „Hier und Jetzt“ und verschwenden ungern Zeit darauf, sich vorzustellen, was gestern war oder morgen sein wird. Traurig sein ist heute. Und das mit voller Power. Sicher sein können sich Menschen in seinem Umfeld, dass morgen dann das Lachen umso lauter sein wird. Wie überhaupt vieles, was er anpackt, eine Menge Geräusch verursacht.


In der Liebe zeigt sich der marsbetonte Widder-Geborene leidenschaftlich, wollend und ist stets für ein Abenteuer zu haben. Sein Feldzug heißt Eroberung – und die bewerkstelligt er (genauso wie die entflammte Widderin), indem das Objekt der Begierde generalstabsmäßig umworben und vor allem beeindruckt wird. Wer seinen geliebten Widdern eine Freude machen möchte, der lobe sie kräftig und zwar nicht für einfaches Dasein, sondern für etwas, was sie getan haben. Nur so – das wissen Eltern von Widder-Kindern besonders gut – kann die positive Rückmeldung auch angenommen werden.

Wer einen deprimierten Widder in seinen wenigen stillen Stunden vom Grübeln oder Sich-Ärgern (Wut ist eine typisch widderhafte Ausdrucksform) abhalten möchte, der gebe ihm einen Auftrag. Denn nichts holt ihn aus negativen Geisteszuständen schneller wieder heraus, als handeln zu können und die unangenehmen Emotionen in eine sinnvolle Tat umzusetzen. Die Aufgabe sollte dabei möglichst kräftezehrend sein und den Betroffenen herausfordern. Danach erlebt man einen zufriedenen Widder, der – sanft wie ein Lamm – auch mal zur Ruhe kommen wird.


Die körperlichen Schwachpunkte dieser Frühjahrs-Geborenen sind Augen, Zähne und Kopf. Bei Stress kann es vorkommen, dass sie Migräne bekommen und wegen ungelöster seelischer Probleme reale Zahnschmerzen haben. Auch hier ist körperliche Bewegung immer hilfreich. Wenn dem Widder seine freie Entfaltung (und dazu gehört immer der grenzenlose Raum, in dem er sich geistig und körperlich bewegen können muss) genommen wird, reagiert er mit unerwarteten Gegenschlägen. Obwohl er alles ist, nur kein bösartiger Mensch. Bis ins hohe Alter können Widder kindlich wirken. Sie haben ein sonniges Gemüt, wobei sie dafür bekannt sind, gern ins Fettnäpfchen zu treten, wo es sich anbietet. Das ist keine soziale Dummheit, sondern nur der Versuch, ganz und gar sie selbst zu sein – wobei sie manchmal vergessen, dass es ein Leben außerhalb ihrer Ziele gibt.